Jung und Freudlos

Sonderfolge "Bipolar im Dienst"

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Über die Veranstaltung: https://dgbs.de/fileadmin/user_upload/Bipolar_im_Dienst_NOV_2019_Netzversion.pdf

Das Referat Selbst Betroffene Profis: https://dgbs.de/betroffene-profis-dgbs/arbeitsgruppe-betroffene-profis/

Ein kleiner Filmbeitrag über Dr. Astrid Freisen: https://www.facebook.com/ZDFVolleKanne/videos/psychiaterin-mit-psychischer-erkrankung/10155529404943231/

Unsere Folge zur bipolaren Störung: https://juf.podigee.io/17-bipolar


Kommentare

Witwesk
by Witwesk on 28. November 2019
Kleiner Tipp gegen die bis heute vom Ärztestand vollkommen internalisierte Hybris eines Selbstbildes vom 'sich selbst aufopfernden Menschen-, wo nicht gar Weltenretters': 1. Guckt mal in die OnkologInnenzunft und die Chirurgie: Dort wird diese Hybris zwar in extremis gepflegt, doch wenn es mal wirklich 'eng' wird bei einer/m Patientin/en, dann sind diese Ärztinnen und Ärzte ganz schnell weg von der/dem und beim nächsten spannenden Fall. 2. Hört Euch mal selbst zu: Ihr erwähnt ganz nonchalant immer wieder Eure "Leistungsorientiertheit" (ich persönlich nenne das übrigens und sachlich begründbar "narzisstische Leistungssucht"). Das heißt, Ihr glaubt doch selbst, dass ÄrztInnen im Vergleich zur 'Normalbevölkerung' 'besonders gute Leistungen' erbringen würden. Vermutlich denkt Ihr so, weil Ihr ein Einser-Abi habt (ich übrigens auch). Meinen vielfältigen Erfahrungen mit Ärztinnen und Ärzten zufolge sind das aber meist gänzlich leistungsunfähige Menschen, weil es Ärztinnen und Ärzten (und insbesondere PsychiaterInnen), erstickt von ihrer Hybris, an den grundlegenden menschlichen Leistungen Empathie, Selbstreflexion und damit auch Selbstkritik drastisch mangelt. 3. Es ist nie ein Geheimnis gewesen, dass die meisten ÄrztInnen, insbesondere Psycho-ÄrztInnen, einen psychischen Schaden (heutzutage heißt das "Störung") haben und durch ihre berufliche Tätigkeit zu kompensieren versuchen - zumindest für die PatientInnen war das nie ein Geheimnis. Doch aufgrund des Weißkittel-Rambazambas und der asymetrischen Beziehung von Weißkittel zu DulderIn schweigen die PatientInnen über ihr Wissen und Fühlen auch heute noch oft. Langsam indes scheint sich das zu ändern. Mögen in der Folge all die ärztlichen Fehlbehandlungen und Behandlungsfehler endlich mal transparent werden und die ärztlichen Gehälter denen der Normalbevölkerung angepasst. Dann müsst Ihr Euch auch nicht mehr einbilden, etwas Besonderes zu sein. Beste Grüße aus dem Witwesk
Theo Sonntag
by Theo Sonntag on 19. November 2019
Habe heute diesen sehr interessanten Beitrag gehört. Wichtig fand ich die Erfahrung, die in Bezug auf die Arbeit gemacht wurde, und möchte Sie kommentieren. Sicher besteht auch dort die Gefahr einer Stigmatisierung, die aber teilweise auch von Betroffenen mit "unterhalten" wird, indem Sie, manchmal leider auch auf Empfehlung von Behandlern, alle Informationen zurückhalten. Dabei gibt es heute oft sehr gute Möglichkeiten einer betrieblichen Unterstützung - wenn der Arbeitgeber oder die von ihm dafür eingerichteten Stellen vom Problem wissen. Der Betriebsarzt im Krankenhaus ist nicht nur für die Impfung da, oft gibt es eine Sozialberatung, und natürlich eine Mitarbeitervertretung. Unter der Überschrift "Betriebliches Eingliederungsmanagement" können verschiedenste unterstützende Maßnahmen eingerichtet werden - manchmal auch unter Beteiligung externer Stellen, wenn es komplex wird. Ein Krankenhaus ist ja kein kleiner Handwerksbetrieb, da müssen solche Strukturen vorhanden sein - das ist seit gefühlt 10 Jahren sogar expliziter gesetzlicher Auftrag. Es ist einfach unerhört, dass jemand alle zusätzlichen Belastungen des Berufs bis zur Rente ertragen muss - aber gerade in helfenden Berufen, zumal mit dem Leistungsanspruch, den die beiden Kolleginnen geschildert haben, ist diese Gefahr ja oft höher als in anderen Berufen.... Ich kann nur an alle ähnlich Betroffenen appellieren, sich rechtzeitig um "interne" Unterstützung zu kümmern; es mag günstig sein, sich vorher bei einer vertrauenswürdigen Person zu erkundigen, was es denn für ein Angebot gibt, anstatt gleich zur Personalabteilung zu gehen ;-) Warum: die internen Ansprechpartner kennen die betrieblichen Abläufe und wissen viel besser, wie was zu ermöglichen ist als jeder externe Ratgeber. Und bei dieser Gelegenheit noch ein Hinweis: ein haus- oder fachärztliches Attest ist immer ein guter Einstieg in das Bestreben, von einer besonderes belastenden Situation befreit zu werden - aber keine Garantie dafür. Solche Atteste haben einen empfehlende, aber keine verpflichtenden Charakter. Natürlich tut ein Vorgesetzter gut daran, auf so ein Attest Rücksicht zu nehmen - tut er es aber nicht, hat er erst mal keine Konsequenzen zu fürchten. Auch in diesem Konflikt können interne Unterstützer unter Umständen viel besser vermitteln und steuern.... Nutzt alle Möglichkeiten!

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