Selbstverletzendes Verhalten

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DSM V: https://www.psychiatry.org/psychiatrists/practice/dsm

Alexithymie: https://de.wikipedia.org/wiki/Gef%C3%BChlsblindheit

Ein möglicher Elternratgeber bei SVV: https://www.agj-freiburg.de/kinder-jugendschutz/elternwissen/245-ew-selbstverletzendes-verhalten

Über Papilotten: https://www.brigitte.de/beauty/haare/papilotten--laessige-locken-fuer-alle--11599978.html


Kommentare

June
by June on
Ich wurde mal von einer Freundin auf eine frische Wunde angesprochen und es war mir super unangenehm. Ich habe mich darüber geärgert, dass ich doof genug war, meinen Arm zu vergessen und meine Jacke auszuziehen. Ich wollte nie auf meine Wunden angesprochen werden und habe mir alle Mühe gegeben, unauffällige Stellen und Tage mit möglichst viel Abstand zum nächsten Schwimmtraining zu wählen, weil mir das alles schrecklich unangenehm war. Sollten ja nicht alle direkt sehen, dass mit mir etwas nicht stimmt. Mir ist es also am liebsten, wenn ich nicht drauf angesprochen werde. Allerdings ist es auch gut zu wissen, wenn jemandem die Narben trotz aller Bemühungen meinerseits aufgefallen sind.
Hypothese
by Hypothese on
Hallo! Meine Narben sind nicht allzu extrem, meiner Meinung nach aber durchaus sichtbar für einen aufmerksamen Betrachter. Ich studiere selbst Psychologie und hoffe sehr, dass Kommilitonen und Lehrpersonal nichts auffällt. Tatsächlich wurde ich bislang fast nie darauf angesprochen - Eine Arzthelferin hat mich gefragt, wieso ich mich "geritzt" hätte. Das war aufrichtig interessiert und vollkommen in Ordnung. Auch ein Kommilitone mit dem ich im Sommer am See war, hat mich sehr direkt darauf angesprochen und das war gut so, denn wir waren zu zweit und es war angenehmer als eben dieses demonstrative Ignorieren. Auf jeden Fall wäre mir wichtig, dass es unter zwei Augen passiert. Aber an sich geht Fragen natürlich immer. Nur Rückfragen ob ich mein Studienfach nur gewählt habe um mich selbst zu "therapieren" finde ich ignorant und anmaßend. Ich bin überzeugt, dass man diese Frage an viele Mitstudenten, denen man vielleicht nichts äußerlich ansieht, ebenso stellen müsste und es zeigt irgendwie auch, dass derjenige entweder selbst nicht einschätzen kann was im Studium eigentlich Inhalte sind oder umgekehrt mir zuschreibt mich hier vorab nicht informiert zu haben. Ich finde manchmal etwas schade, dass es so schwer ist den Mittelweg zwischen defensiv offensiver Identifikation mit der Position als Betroffener und umgekehrt dem ständigen Versteckspiel gibt. Ich möchte auch in meinen Praktika nicht die Aufmerksamkeit auf mich ziehen, denn diese gehört in diesem Rahmen natürlich den Patienten. Allerdings finde ich Offenheit und Ehrlichkeit unglaublich wichtig für Vertrauen im professionellen und privaten Bereich. Es ist ein Zwiespalt, wie auch das Buch von Marsha Linnehan zeigt, die ihre eigene Betroffenheit ebenfalls so lange verschwiegen hat (Und wie ich mich erinnere dementsprechend auch ihre Narben versteckt hat). Liebe Grüße und viele positive Vibes an Euch und alle Betroffenen! Es kann unglaublich schwer sein, davon loszukommen wenn es sich einmal zur "Sucht" entwickelt hat, aber es ist definitiv möglich. Mir persönlich hat das Buch "Der Schmerz sitzt tiefer" von Steven Levenkron sehr geholfen - Sowohl beim eigenen Verständnis als auch dabei, sich verstanden zu fühlen. Und es hat mir Mut gemacht aufzuhören. Vielleicht ist es ja etwas für den ein oder anderen :)
Miriam
by Miriam on
Also was gar nicht geht, ist dieses verschwiegene vorurteilhafte Schrägangucken, aber nichts sagen. Neugieriges (auch unsicheres/fürsorgliches) Fragen, um mich zu verstehen, ist immer voll ok. Wichtig: dass ich merke, dass ich für voll und ernst genommen werde (da waren meine Eltern als auch meine Schule mit überfordert, weswegen es bei mir über Jahre nicht therapiert wurde - ich lerne jetzt, Hilfe anzunehmen: kann etwas sehr angenehmes sein).
Laura
by Laura on
Vielen Dank für die super Folge zu selbstverletzendem Verhalten! Mir ist allerdings das Thema Trauma&SVV etwas zu kurz gekommen, gerade im Hinblick auf Selbsthass / SVV als Selbstbestrafung nach traumaausgelösten Schuldgefühlen / absichtliches Selbstzerstören, um weniger attraktiv auszusehen (bei sex. Missbrauch bspw.) etc. Dann noch eine kurze Rückmeldung bzgl. des Umgangs mit Betroffenen. Ich bin Studentin und 26 Jahre alt und bin nach jahrelangem SVV in Verbindung mit einer PTBS und dissoziativer Störungen seit ca.3 Jahren frei von SVV. Ich habe Narben an den Armen und Beinen, die ich mittlerweile im Sommer offen zeigen kann. Für mich ist das unangenehmste, wenn Komiliton*innen neben mir sitzen, die ich nur flüchtig kenne und diese meine Narben die ganze Zeit vermeintlich unauffällig von der Seite anstarren. Ich merke das immer,auch wenn diejenigen denken, sie täten es unauffällig. Da wäre es mir defintiv lieber, offen darauf angesprochen zu werden - allerdings wäre es natürlich das schönste, wenn es von flüchtigen Bekannten oder Fremden einfach gar nicht weiter beachtet wird. Bei (sich entwickelnden) Freundschaften fände ich es schön, darauf angesprochen zu werden, weil für mich Ehrlichkeit und ernsthaftes Interesse an dem Gegenüber als Basis einer Freundschaft gilt. Würde das Thema totgeschwiegen werden, hätte ich immer das Gefühl, das steht irgendwie zwischen uns und das ist meines Erachtens kein guter Start für eine Freundschaft. Ich finde, es kommt auch immer darauf an, wie jemand seine/ihre Frage dazu formuliert. Ich wurde zum Beispiel mal gefragt, ob das "so eine Teenie-Phase war, wo sich so gut wie jeder geritzt hat, weil es cool war" mit einem völlig unverständlichen Unterton. Das finde ich absolut unangebracht und abwertend, da sich niemand zum Spaß selbst schneidet und ja, Gruppenzwang im Teenager-Alter kann zu SVV führen, aber auch dann ist es ernstzunehmen, da in dem Fall die soziale Komponente eine große Rolle spielt, die man (Eltern, Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen etc.) unbedingt im Auge behalten sollte.

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